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Höhlenlöwe (Panthera leo spelaea) | |
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Ob der Höhlenlöwe ähnlich aussah wie seine heutigen Verwandten in Afrika und Asien, ist bislang umstritten.
Unterkiefer eines Höhlenlöwen aus der Wildscheuer-Höhle bei Runkel-Steeden. Das Original ist im Museum Wiesbaden zu sehen. |
Schon seit dem Altertum gilt der Löwe als Sinnbild für Kraft, Mut und Unbesiegbarkeit. Von "Richard Löwenherz" und "Heinrich dem Löwen" bis zum allseits bekannten Senf diente und dient er als Symbol für unübertroffene Stärke. So ist er bis in die Gegenwart auch auf zahlreichen Wappen zu finden: z.B. des Bundeslandes Hessen. Obwohl uns der "König der Tiere" in der Gegenwart fast überall begegnet, ist nur wenigen Menschen bekannt, dass Löwen unter erdgeschichtlichen Maßstäben noch "bis vor kurzem" durch unsere Landschaft streiften. So gibt es z.B. zahlreiche Fossilfunde von Höhlenlöwen (Panthera leo spelaea) aus der letzten Eiszeit. Beispiele aus Hessen sind ein Ellen-Fragment aus der Höhle bei Breitscheid Erdbach sowie die Unterkiefer aus der Höhle Wildscheuer bei Runkel-Steeden und einer Karstschlotte bei Villmar (Landkreis Limburg-Weilburg). Erst mit Ende der letzten Kaltzeit um 9.500 v.Chr. verschwanden die Großkatzen dann endgültig aus unseren Breiten. Zwar liegen einige Hinweise dafür vor, dass Löwen noch bis etwa 500 v. Chr. auf dem Balkan zu finden waren, für Mitteleuropa gibt es jedoch bislang keinen sicheren Beleg für ein nacheiszeitliches Vorkommen. Problematisch ist, dass sich die Knochenreste von Löwen (Panthera leo) und Tigern (Panthera tigris) im Fossilbericht nur schwer voneinander trennen lassen, so dass sich die Fachwissenschaftler über die Zuordnung der eiszeitlichen Großkatzen noch nicht völlig einig sind. |
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Neben den Fossilfunden gibt es jedoch eine weitere interessante Informationsquelle: die Kunstwerke unserer eiszeitlichen Vorfahren: Höhlenmalereien, Gravuren und Elfenbein-Skulpturen. Nach allen bislang gefunde-nen Darstellungen ist davon auszugehen, dass die eiszeitlichen Großkatzen zwar keine ausgeprägten Mähnen - ebenso wenig jedoch Streifen besaßen. Zwei Gravierungen aus der späten Altsteinzeit (Magdalénien) von Laugerie Bas in der Dordogne und Gönnerdorf bei Neuwied lassen zudem eine Schwanzquaste erkennen. Damit liegt ein deutlicher Hinweis auf eine Verwandtschaft zu den rezenten Löwen vor. |
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Für besondere Anlässe steht dem MOLAMU ein lebensgroßer, eigens bemalter "Höhlen"-Löwe als Reittier zur Verfügung, der dankenswerterweise von der Stadt Weilburg finanziert wurde. |
Trotz ihres Namens, der auf den Fundort der Knochen hinweist, ist nicht zwingend davon auszugehen, dass sich Höhlenlöwen im Jahresrhythmus längerfristig in Höhlen aufhielten. Hauptlebensraum war die offene Steppenlandschaft, und die Nahrung bestand aus den Herdentieren und größeren Pflanzenfressern der damaligen Zeit. Nach den vorliegenden Funden dürfte der europäische Höhlenlöwe um wenigstens 10 % größer gewesen sein als sein heutiger Verwandter in Afrika. Unsere eiszeitlichen Vorfahren sind ihm sicherlich mit besonderem Respekt begegnet. ©
MObiles LAndschaftsMUseum 2007 |
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Liebe LeserInnen! Das MOLAMU stellt Ihnen/Euch an dieser Stelle Informationen zu speziellen Themen der jüngeren Erdgeschichte zur Verfügung und ist dabei stets bemüht, diese auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand zu bringen. Dennoch könnten sich Fehler einschleichen. Für diesbezügliche Hinweise sind wir deshalb immer dankbar. Da sich das MOLAMU somit immer der öffentlichen Diskussion stellt, würden wir uns auch freuen, wenn bei Weiterverwendung dieser Informationen nicht vergessen wird, die Quelle anzugeben. Vielen Dank! Literaturempfehlung für weitergehende Informationen: KOENIGSWALD, W. von (2002): Lebendige Eiszeit. Klima und Tierwelt im Wandel. Stuttgart (Theiss). KURTÉN, B. (2007): Pleistocene Mammals of Europe. New Brunswik and London (Aldine Transaction). zurück zu: MOLAMU INFO | |
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© www.mobileslandschaftsmuseum.de last update 13.12.2007 |